Hallo Welt,
die ich mir wieder nie aufbauen muß, Sinn den ich wieder neu finden muß. Fast 2 Jahre war mein Freund mein Sinn des Lebens. Mein Freund dessen Geliebte ich war.
Wir sind gleich alt, 42, arbeiten in der gleichen Firma, er ist verheiratet hat 2 Mädchen werden jetzt 13 und 15 Jahre; als es begann war ich noch verheiratet, fast 24 Jahre mit meinem Mann zusammen; mein Mann war dem Alkohol nie abgeneigt, zu hause trank er nicht, aber er kam MO/MI und meistens auch FR von der Arbeit nicht nach hause sondern ging gleich ins Caffeehaus und wenn wir am Wochenende mit Freunden aus waren oder im Sommer im Garten trank er auch dann.
Er torkelte nicht aber wenn ich wach war konnte es zu Endlos-Diskussionen kommen. In meiner Firma kams 2003 als mein Chef starb (Familienunternehmen) zu Problemen, da wir in einen Großkonzern integriert wurden, die Umstellungsphase war sehr schwer, alle die die Möglichkeit hatten zu gehen verließen die Firma, mir war diese Möglichkeit leider nicht gegeben und ich mußte bleiben; ich bekam eine 10 Jahre jüngere Kollegin zur Einschulung, wo ich von Anbeginn wußte, daß sie mich ersetzen soll.
Als ich im Feb 2004 wegen einen Knoten in der Brust zum Arzt ging war ich 14 Tage später auch schon am OP-Tisch, Diagnose Brustkrebs. In meiner Fam. gabs noch nie Krebs, ich denke, daß ich mir alles zu sehr zu Herzen genommen habe, darum Brustkrebs.
Gottseidank erst im Anfangsstadium, keine Lymphknoten befallen. Anschließend Chemo und Bestrahlung. Ích sagte meinem Mann gleich zu Beginn der Diagnose, wenn er diesen Weg nicht mit mir gehen kann, soll er jetzt gehen, denn jetzt habe ich noch die Kraft mich auf einen neuen Weg einzustellen, mitten in de Chemo habe ich diese Kraft nicht mehr.
Aber dies war für ihn völlig unvorstellbar, natürlich ist er für mich da -war er auch, voll und ganz- . Durch meine Krankheit hatte ich 8 Monate Auszeit, die für mich auch wahnsinnig wichtig waren. Als erstes sah ich einmal, daß die Arbeit nicht so wichtig ist und das zweite und eigentlich wichtigste -das Herz, die Liebe, Verständnis, Gefühl...all das zählt wirklich. Auch wenn die Zeit sehr hart war, privat war es meine schönste Zeit, endlich gab es keinen Alkohol und er kümmerte sich um mich, nahm mich wieder als Mensch wahr, als Mensch der ihn braucht. Nach Abschluß der Bestrahlung hatte ich 3 Wochen Reha (die mir unheimlich guttat) und dann begann wieder der Ernst des Lebens.
Ich hatte gehofft, daß mein Mann sieht, wie schön das Leben miteinander ist, ohne Alkohol. Aber kaum war er der Ansicht, daß ich wieder gesund bin, begann alles wieder von vorne. Entweder Caffeehaus oder stundenlanges Computern in seinem Zimmer. Kein gemeinsames Kuscheln, außer einmal die Woche -"Pflichtprogramm"-, kein Händchenhalten, küssen schon überhaupt nicht (ich glaube ich bekam 2 Küsse im Jahr- weil das mag er nicht?!), für mich ganz einfach lieblos.
Ich sprach ihn immer wieder darauf an, mal versprach er Besserung, die selten war oder nur kurz anhielt (2 Wochen) oder er stellte mich überhaupt ab, was ich schon wieder will.
Dez 2005 bin ich dann beruflich mit einem Kollegen unterwegs und wir reden viel (er ist zu diesem Zeitpunkt seit ca. 16 Jahren mit seiner Frau zusammen und anscheinen haben wir beide ein Zärtlichkeitsmanko), unteranderem erzähle ich, daß mir das küssen fehlt, ich finde ich werde zuhause viel zuwenig geküsst und er sagt, ich werde dich später küssen.
Als wir dann abends wieder in die Firma zurückkommen, stehen wir beim Caffeeautomaten noch ca. 20 Min. wollen beide nicht gehen und wissen aber nicht so recht was wir machen sollen. Und als wir uns dann endlich entschließen, daß wir gehen und beide vor der Tür stehen, beugt er sich zu mir runter und sagt "Ich hab´vesprochen, dich zu küssen". Es war "nur" ein Kuß und trotzdem zitterten uns beiden die Knie. So begann unsere Romanze. Wir wollten den Kuß nicht wiederholen und strichen wie die Katzen um uns herum, ab und an ein Bussi, und später wieder ein Kuß und noch einer,... es folgten viele Küße auf Parkplätzen und in Garagen. Wir waren beide so ausgehungert nach Zärtlichkeiten, da war kein Interesse an Sex, sondern "nur" drücken, halten, küssen, streicheln, sich endlich wieder spüren, endlich wieder für jemanden wichtig sein und als Mensch mit Bedürfnissen wahrgenommen werden und viele Gespräche.
Im Feb 2006 hatte meine Freundin in Köln (welche ich bei der Kur kennengelernt hatte) einen Rückfall und es ging ihr so schlecht, daß ich zu meinem Mann sagt, ich muß ein paar Tage zu ihr, sonst hat sie keine Kraft zu kämpfen. Seine Antwort war "Wenn du fährst, kannst du gleich die Scheidung einreichen" Ich sagte ihm, daß mir so ein Gespräch zu blöd ist, wenn er daß nicht versteht, tut er mir nur leid. Natürlich hatte er vorher schon gemerkt, daß ich anders war, aber seine Bemühungen um mich kamen zu spät und vorallem ich traute ihnen nicht mehr, wie lange wird es diesmal gutgehen, bis er wieder in sein altes Schema zurückfällt?!
Ich legte die Flug- und Zimmerbuchung auf den Wohnzimmertisch, damit er sehen konnte, daß ich alleine unterwegs bin, aber er brachte micht weder zum Flughafen, noch rief er mich an, kein SMS und er holte mich auch nicht ab. Dies war für mich das endgültige Aus.
Und als er ein paar Tage später sagte, ich soll bitte die Unterlagen für eine Scheidung beim Bezirksgericht holen, gab ich ihm als Antwort er soll das doch selber machen, wenn er sich scheiden lassen will, er meinte, daß er zu dieser Zeit immer arbeiten müßte, ich soll das doch bitte machen. 3 x ließ ich ihn bitten, dann holte ich die Unterlagen und beim Zurückbringen, war es das gleiche.
An dem Tag als ich die Scheidung einreichte schlief ich zum ersten Mal mit meinem Freund, das war 4 Monate nach dem ersten Kuß.
Trotzdem ich Jovica (meinen Freund) hatte, war die Scheidung nicht problemlos wegzustecken für mich, ich dachte immer, ich wäre bis zu meinem Tod verheiratet und Schwierigkeiten sind dazu da, um sie aufzuarbeiten, aber wenn nur einen daran arbeitet ist das zuwenig. Mein Mann sagte mir kurz bevor wir die Scheidung einreichten "Ich finde es gut so -wie es ist- wenn es dir nicht paßt, mußt du es ändern"...tja... Aber eine Scheidung war ein Versagen für mich und wer versagt schon gerne.
Aber durch Jovica schaffte ich es, er gab mir Kraft und Mut. Wir verbrachten immer mehr Zeit miteinander. Als ihn seine Frau beim SMS schreiben erwischte, war der erste Krach, als er nächtens meinen Namen rief und "ich liebe dich" dazu, kam der nächste, sie begann ihn zu beobachten (meiner Meinung nach zu wenig, ich hätte dies viel intensiver getan-für mich wollte sie es gar nicht wissen, noch dazu, wo er seit mehr als einem Jahr nicht mehr mit ihr schläft).
Nachdem seine Frau einen großen Krach mit seinen Eltern hatte stellte er mich im Mai vorigen Jahres seinen Eltern vor und wir verstanden uns auch von Anbeginn her sehr gut (über seine Frau wurde fast nie gesprochen, ich finde das unpassend).
Im März diesen Jahres hatte ich einen Punkt erreicht, wo ich müde war und ich entschloß mich, mit seinen Eltern nach Kroatien zu fahren, wo sie ein Haus hatten, 1 großes für die Brüder und ein altes kleineres, geplant waren 7 Tage aber es wurden 10.
Das Haus besteht aus 2 Hälften. Die eine gehört seinem Bruder die andere ihm. Auf der Bruderhälfte wohnten die Eltern und auf seinem Hälfte ich, wir unternahmen viel gemeinsam, ich konnte aber auch für mich alleine sein, denn das brauchte ich dringend. Ich telefonierte jeden Tag stundenlang mit Jovica. Etwas was ich früher nie verstanden habe, wie man stundenlang miteinander tel. kann, habe ich durch ihn kennengelernt, wir konnten 2 Stunden miteinander tel. und hatten noch immer nicht genug. Am ersten Tag redeten wir 5 Stunden miteinander, er rief 3 x an "Wie gehts dir, wie fühlst du dich bei mir, fehlt dir was, ich werde meinen Eltern sagen, daß sie dir alles geben sollen, was du brauchst,....usw..." Die ersten 2 Nächte war es wirklich kalt aber ich war endlich dort, von wo er mir schon so viel erzählt hatte; und ich fühlte mich ihm wieder näher.
Die Tage ohne einander brachten uns noch näher und als sein Sommerurlaub nahte (3 Wochen), sagte er seine Frau, er fährt nicht nach Kroatien, Wenn sie fahren möchte, so muß sie alleine fahren (mit der Begründung, er möchte nicht, daß sich die Eltern und sie anschweigen..). Am Wochenende vor dem Urlaub rief er mich an, er ist alleine im Garten und ich soll mir Tomaten holen. Als ich kam und ihm ein paar Grillsachen (wir hatten eine Firmenfeier und das blieb über) streckte ich meine Arme gleich in seinen Pool, da es sehr heiß war und er schubste mich hinein.
Somit hängte ich die Jeans über die Pergola zum Trocknen, der Oberteil war ein super Stoff und gleich trocken und das Höschen trocknete am Körper auch recht flott. Nachdem er auch Kartoffeln angebaut hatte, zeigte er mir die stolze Ernte und briet diese auch für uns. Plötzlich tauchte seine Frau mit seiner jüngeren Tochter am Zaun auf (ein kleiner Weg ist dazwischen) und verlangte den Schlüssel zum Gartensiedlungseingang. Was sollte ich machen, aufspringen und laufen, das wäre ein Schuldgeständnis gewesen, also aß ich ruhig (nicht wirklich) weiter, damit er die Möglichkeit bekam die Situation in die Richtung zu schieben, wohin er wollte, er sollte die Wahl haben, zu mir zu stehen, oder mich abzustreiten. Äußerst unangenehm war, das meine Jeans ja zum Trocknen über der Pergola hing und ich so schnell als ging reinschlupfte, sie dies aber trotzdem sah. Ich verabschiedete mich ziemlich schnell, nachdem die Diskussion zwischen ihr und ihm auch gleich begann und sie mich anpfauchte, was ich dach mache und mir erklärte, das ist ihr Mann, sie ist seine Frau und das ist ihr Kind. Ich gab ihr zur Antwort "Bitte klär das mit deinem Mann".
Was soll ich sagen? Es ist seine Aufgabe das Richtigzustellen. Am Montag hat sie dann auch die Scheidungsklage eingereichtund am Freitag fuhr sie mit den Kindern alleine nach Kroatien (in den Nachbarort, denn dort hat ihr Vater ein Haus).
Er hat schon Monate davor gesagt, nachdem ich ihm ja immer wieder gebeten habe, zu mir zu ziehen (er schlief auch immer wieder bei mir), er kann die Scheidung nicht einreichen, daß würden ihm die Kinder nie verzeihen, sie muß die Scheidung einreichen.
Am Freitag begann dann auch unser Urlaub. Natürlich freute ich mich, über die bevorstehende Scheidung, da ich endlich ein Leben mit ihm gemeinsam in greifbarer Nähe sah. Die Kinder waren für mich nie ein Problem und das habe ich von Anbeginn auch klargestellt. Er kann jederzeit auch gerne mit den Kindern kommen. Aber er sagte immer, wenn er geht verliert er die Kinder, sie werden ihn hassen und wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Er war am Boden zerstört, saß und lag herum, konnte sich zu nichts aufraffen, trank und hatte wenig fröhliche Augenblicke. Trotz meinen Beteuerungen, die Kinder werden sich wieder beruhigen, du mußt mit ihnen reden, erklär es, etc. war er fast durchgehend depressiv.
In den 3 Wochen hatte er fast keinen Kontakt mit seiner Familie, weil sie nicht mit ihm sprechen wollten, aber er rief jeden Tag ihren Bruder an, um informiert zu sein, seinen Standpunkt der Dinge zu erklären (in der Zwischenzeit hat seine Mutter anscheinend erzählt, daß er sich scheiden lassen wird, ich die neue Schwiegertochter bin, auch schon in Kroatien war,...).
Als seine Frau und seine Kinder am Sonntag nach 3 Wochen zurückkamen, schwiegen und schreiten sie sich abwechselnd an (die jüngere sagte ihm daß sie ihn nicht liebe und auch nie geliebt hat, die ältere sagte daß sie weiß daß nicht nur er Schuld ist, sondern auch die Mutter und sie hat auch im Urlaub deswegen mit ihr gesprochen und er soll doch bitte bleiben. Aber die Stimmung war so schlecht, daß er nach 2 Tagen wieder zu mir zog (offiziell zu einem Arbeitskollegen). Er blieb fast 2 Wochen, fuhr ab und an zu ihnen, um bevorstehendes für die Scheidung zu klären, kleine Rep. durchzuführen und vor allem um die Kinder zu sehen.
Und diese, vor allem die große, haben ihm auch am Samstag und Sonntag so zugeredet, daß er jetzt wieder nach haus gezogen ist.
Am Montag habe ich ihm gefragt, wenn sie die Scheidung zurückzieht, ob er dann wieder zurückgeht, nach einigem hinundher, hat er dann gesagt "Ich kann ohne die Kinder nicht leben, ich brauche sie"
Er wußte, wenn er zurückgeht werde ich gehen; ich habe ihm einen Brief geschrieben und mit ihm geredet und ihm erklärt, daß ich seinen Schmerz verstehe, aber die Kinder verliert er nicht, es ändert sich "nur" die Situation. Seine Antwort war "Du hättest ihre Augen sehen sollen,...". Natürlich sind die Kinder nicht begeistert, wenn sich die Eltern trennen und ziehen alle Register. Aber das beruhigt sich dann doch wieder und ist ein Mann nur Vater kann er nicht auch Mann und Vater sein?
Er möchte Mann und Vater sein, indem er zuhause bleibt (angeblich ohne das er mit seiner Frau schläft, das glaube ich ihm auch), aber ich möchte nicht wieder ständig auf ihn warten, hoffen, wünschen..........
Er sagt "Bitte gib mir noch ein wenig Zeit, ich kann noch nicht, es geht nur um die Kinder"
Aber wenn er jetzt nicht kommt, wann dann???
Ich liebe ihn, von ganzem Herzen, jede Faser meines Körpers liebt ihn, aber ihn jetzt wieder zurückgehen lassen,...das halte ich nicht aus.